Spezialausbildung in Rosenheim stärkt Hochwasser- und Katastrophenschutz
Beim THW Rosenheim absolvierten 20 Einsatzkräfte aus ganz Bayern eine intensive Spezialausbildung an Schmutzwasserpumpen.
Das Technische Hilfswerk Rosenheim war fünf Tage lang Ausbildungsstandort für den Lehrgang Spez 67 zum Maschinisten an Schmutzwasserpumpen des Landesverbandes Bayern. Insgesamt 20 Einsatzkräfte aus den Ortsverbänden Kronach, Wörth, Obernburg, Traunstein, Kaufbeuren, Lindenberg, Naila, Dachau, Lohr, Freising, München-West, Pfaffenhofen und Simbach nahmen an der spezialisierten Ausbildung teil.
Die Ausbildung umfasste die Themenbereiche Motorenkunde, physikalische und technische Grundlagen und die Bedienung aller im THW stationierten Pumpen. In der praktischen Ausbildung wurden die Themenbereiche Tandem/Pufferbetrieb aufgrund langer Strecken, sowie die Wasserförderung in große Höhen geübt. Wartung- und Reparaturschulungen kamen an den unterschiedlichen Pumpen nicht zu kurz.
Angesichts zunehmender Starkregenereignisse und Hochwasserlagen gewinnt die Ausbildung an leistungsfähigen Pumpensystemen zunehmend an Bedeutung. Die Schmutzwasserpumpen des THW kommen immer dann zum Einsatz, wenn große Wassermengen aus überfluteten Wohngebieten, Kellern, Tiefgaragen oder von wichtigen Verkehrswegen abgepumpt werden müssen. Auch zum Schutz kritischer Infrastruktur wie Krankenhäusern, Energieanlagen oder Trinkwasserversorgungen sind die spezialisierten Einheiten unverzichtbar. Gut ausgebildete Maschinisten bilden dabei die Grundlage für einen schnellen und sicheren Einsatzerfolg.
Organisiert wurde der Lehrgang durch das Kompetenzzentrum Schmutzwasserpumpen der Regionalstelle Schwandorf, das bayernweit für den gesamten Themenkomplex rund um die Hochleistungspumpensysteme verantwortlich ist. Auch der Leiter der Einheit, Bernhard Mutzbauer, brachte sich persönlich während der gesamten Lehrgangszeit engagiert ein.
Durchgeführt wurde der Lehrgang von insgesamt 6 Ausbildern und einer kleinen Unterstützungsgruppe, die die Teilnehmer intensiv an Technik, Bedienung und taktischen Einsatzmöglichkeiten der Pumpsysteme heranführten.
Zum Einsatz kamen sämtliche im THW verwendeten Schmutzwasserpumpen der Typen A (Börger und Hannibal), Typ B (DIA1 und DIA 2) sowie Typ C (Börger) mit
Förderleistungen von 5.000, 15.000 und 25.000 Litern pro Minute. Ziel der Ausbildung ist es, dass jeder ausgebildete Maschinist im Einsatzfall auch Pumpensysteme anderer Ortsverbände sicher und effizient bedienen kann. Gerade bei großflächigen Schadenslagen arbeiten häufig mehrere THW-Einheiten gemeinsam im Einsatz, weshalb ein einheitlicher Ausbildungsstand von besonderer Bedeutung ist.
Unter der Leitung von Christopher Hierl vom THW Rosenheim absolvierten die Einsatzkräfte ein umfangreiches theoretisches und praktisches Ausbildungsprogramm. Unterstützt wurden sie dabei von insgesamt zehn Ausbildern, die die Teilnehmer intensiv an Technik, Bedienung und taktische Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Pumpensysteme heranführten.
Besonders der praktische Ausbildungsteil am Rosenheimer Wasserübungsplatz verlangte den Teilnehmern bei sommerlichen Temperaturen einiges ab. Die Pumpensysteme wurden dabei in unterschiedlichsten Einsatzszenarien betrieben – einzeln, im Tandem, sowie in Kombination mit einem 24.000 Liter fassenden Faltbehälter als Pufferspeicher.
Über das weitläufige Übungsgelände wurden umfangreiche Schlauchstrecken aufgebaut. Eine Leitung führte sogar bis auf den Rosenheimer Berge- und Übungsturm, um unterschiedliche Druckverluste und Betriebszustände realitätsnah darstellen zu können. Dadurch konnten auch komplexe Einsatzlagen simuliert werden, wie sie bei Hochwasser- oder Unwettereinsätzen regelmäßig auftreten.
Neben der anspruchsvollen Ausbildung sorgte auch das Rosenheimer Küchenteam für beste Rahmenbedingungen. Die Teilnehmer wurden während der gesamten Lehrgangswoche mit abwechslungsreichen und frisch zubereiteten Speisen versorgt.
Die abschließende Prüfung bestanden alle Teilnehmer mit sehr guten Ergebnissen. Lehrgangsleiter Christopher Hierl zeigte sich trotz der intensiven Ausbildungswoche äußerst zufrieden mit dem Verlauf des Lehrgangs. Mit erweitertem Fachwissen, wertvollen Praxiserfahrungen und vielen positiven Eindrücken traten die Einsatzkräfte schließlich die Heimreise in ihre Ortsverbände an – bereit, im Ernstfall einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung zu leisten.