Wie hat das THW in seinen Anfangsjahren gearbeitet? Welche Geräte standen den Helferinnen und Helfern damals zur Verfügung, und wie haben sich Technik und Arbeitsweisen im Laufe der Jahrzehnte verändert? Antworten auf diese Fragen gibt das neue THW-Museum des Ortsverbandes Rosenheim. In einem eigenen Gebäudeteil am Wasserübungsplatz haben vier langjährige Helfer mit viel Engagement eine Ausstellung aufgebaut, die ein Stück Geschichte des Technischen Hilfswerks bewahrt und für Besucher erlebbar macht.

 

Die Idee zu einem eigenen Museum entstand bereits 2016. Angestoßen wurde das Projekt von Günter Schübel, der auf 50 Jahre Mitgliedschaft im THW zurückblicken kann. Mit Helmut Jugler, Klaus Hohmann und Wolfgang Dobler fand er drei Mitstreiter, die ebenfalls auf jahrzehntelange Erfahrung und Verbundenheit mit dem THW zurückgreifen können. Gemeinsam machten sie sich daran, historische Geräte, Ausrüstungsgegenstände und weitere Zeugnisse aus der Geschichte der Organisation zusammenzutragen und in einer geeigneten Umgebung zu präsentieren.

 

3000 Stunden für die Geschichte

 

Der Weg von der ersten Idee bis zur Eröffnung war mit viel Arbeit verbunden. Nicht nur der Ausbau der Räumlichkeiten erforderte Zeit und handwerkliches Geschick. Auch die Auswahl der Exponate, ihre Einordnung und die Recherche zu ihrer Geschichte verlangten Geduld und Ausdauer. Insgesamt kamen bis zur Eröffnung rund 3000 Arbeitsstunden zusammen.

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck davon, wie sich die Ausstattung und die Arbeit des THW im Laufe der Zeit entwickelt haben. Historische Exponate machen technische Veränderungen nachvollziehbar und lassen zugleich erkennen, mit welchen Mitteln die Helfer früher ihre Aufgaben bewältigten.

 

Bei zahlreichen Führungen konnten die vier Museumsmacher bereits erleben, wie die Ausstellung auf Besucher wirkt. Das Interesse war groß, die Rückmeldungen fielen positiv aus. Besonders auffällig war die Begeisterung vieler Jugendlicher. Sie zeigten sich überrascht, mit welcher Technik und unter welchen Bedingungen die THW-Helfer in den Anfangsjahren gearbeitet hatten. Der direkte Vergleich mit der heutigen Ausstattung eröffnet damit nicht nur einen Blick zurück, sondern macht auch den Wandel innerhalb der Organisation deutlich.

 

Ein Museum, das weiterwächst

 

Mit der Eröffnung ist das Projekt allerdings noch nicht abgeschlossen. Weitere Exponate sollen die Sammlung ergänzen. Außerdem wollen die Verantwortlichen die Ausstellung Schritt für Schritt mit ausführlichen Beschriftungen versehen, damit Besucher künftig noch mehr über Herkunft, Funktion und geschichtlichen Hintergrund der einzelnen Stücke erfahren können.

 

Ein besonderes Vorhaben haben sich die vier Helfer ebenfalls vorgenommen: Ein historisches Feldtelefon soll so aufgebaut werden, dass es wieder funktionsfähig ist. Damit könnten Besucher künftig nicht nur ein Stück früherer Kommunikationstechnik betrachten, sondern deren Funktionsweise unmittelbar erleben.

 

Das THW-Museum am Rosenheimer Wasserübungsplatz ist somit mehr als eine Sammlung alter Geräte. Es ist das Ergebnis langjährigen ehrenamtlichen Engagements und ein Beitrag dazu, die Geschichte des Technischen Hilfswerks für kommende Generationen zu bewahren. Dass gerade junge Besucher mit Neugier auf die historischen Arbeitsmittel blicken, zeigt, wie lebendig diese Geschichte auch heute noch vermittelt werden kann.